Heimatverein Drabenderhöhe e.V.

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2013-08-18 - Jahreswanderung "Denkmalgeschütze und historische Gebäude Drabenderhöhes"

Die Wanderung des Heimatvereins im Jahr 2013 beschäftigte sich mit dem Thema „Denkmalgeschütze und historische Gebäude“. Achim Höhler führte die Mitglieder des Vereins durch den Ort und hatte neben Daten und Fakten auch einzelne Anekdoten zu den historischen Gebäuden zur Hand. Hier gibt es nocheinmal alles zum nachlesen.

1. Molkereigenossenschaft Drabenderhöhe

Im April 1895 wurde die Molkereigenossenschaft Drabenderhöhe gegründet. Das Klima und die kargen Bodenverhältnisse beeinträchtigten den gewinnbringenden Anbau von Getreide und anderen Produkten. Für die Viehhaltung und Milcherzeugung jedoch waren die Voraussetzungen gut. Die Ausweitung in dieser Richtung scheiterte bisher an den unzulänglichen Verwertungs- und Vertriebsmöglichkeiten. Mit dieser Molkerei löste sich der Engpass auf und unsere Landwirte waren endlich in der Lage, sich verstärkt diesem Produktzweig zuzuwenden, von dem eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage zu erwarten war. Weit über den Drabenderhöher Raum hinaus erstreckte sich das Einzugsgebiet der Molkerei, und in den Vormittagsstunden, wenn aus allen Richtungen die Milchfuhrwerke, vollgelanden mit blitzenden Kannen, eintrafen, herrschte hektischer Hochbetrieb. Der Molkereibetrieb wurde am 01. Mai 1958 aufgegeben.

Am 18. Januar 1920 wurde die landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft gegründet. 48 Mitglieder nahmen an der Versammlung teil. 1927 entstand das erste eigene Lagerhaus, das 1942 erweitert wurde. Ein Jahr später folgt ein Anbau, der 1959 einem Neubau weichen musste. 1960 kauft die Genossenschaft die Gebäude der Molkerei.

2. Schniffel – Gebäudegruppe Brunnenweg/Alte Kölner Strasse

Komplex aus 2 geschossigen, unregelmässig aneinander gebauten Fachwerkhäusern mit verschiedenen Firsthöhen, die Geschosse verlieren sich in ihrer Höhe, z. T. Blechbehangen, z.T. Eternitverkleidet, Türen und ein Teil der Fenster verändert.

Alte Kölner Str. 15 / Brunnenweg 8-10

Wohnhaus der Familie von Schemm. 18. bzw. 19. Jhd. Wilhelm von Schemm war um 1900 Handelsmann und Bergwerksbesitzer und erbte von seinem Vater ein sehr grosses Vermögen. Er war ein sehr streitsüchtiger Mensch, prozessierte gerne und war sehr unbeliebt im Dorf. Im schwarzen Cape zog er mit seinen Kumpanen durch die Gegend und legte sich mit jedem an. So auch mit Pastor Spandau, der angeblich 200 Reichsmark unterschlagen haben sollte. Bei Taufen und Trauungen, auf den einsamen Wegen von den Höfen nach Drabenderhöhe, tauchte der von Schemm immer wieder plötzlich auf und fragte Spandau nach dem Verbleib des Geldes. Letzenendes verlor von Schemm mit Spekulationen sein Geld, dass er schließlich auf Armenkosten in Bonn beerdigt wurde. Der einzige, der die Beerdigung begleitete, war der Kutscher Bellingrath, weil er ihm immer ein gutes Trinkgeld gegeben habe. Nach dem Tod des Wilhelm von Schemm gründete 1909 die Bürstenfabrik der Firma Kahlenberg und Greif in dem Anwesen eine Bürstenfabrik, die 1927 von Karl Schmitz übernommen wurde. Eine Erweiterung um Hornwarenherstellung für Jagd- und Sportartikel erfolgte 1932. 1954 zog die Firma in die neuen Fabrikationsräume an der Zeitstrasse am Ortseingang um. Denkmal seit 1981.

Brunnenweg 12

18. Jhd. Fachwerk – Denkmal seit 1984.

Alte Kölner Str. 17

17. Jhd. Fachwerk, ältestes Gebäude des Ensembles, bereits 1651 in den Kirchenbüchern genannt. Zu der Zeit bewohnte die Familie Lutter das Haus. Später war es im Besitz der Familie Kauert. Die Familie Kauert kam ursprünglich aus Verr. Als Bergvogt wird „Kerstgen Kauert“ 1616 in der Steuerliste von Verr bekannt. Sein Sohn, der Geschworene „Dietrich Kauert“ ist als Landmesser überliefert. 1649 begegnen wir ihm als Gemeindeeingesessener von Engelskirchen und Beerbter. Das „Nachgeding“ vom 12. Januar 1660, die „Erbsplisse“ (Teilung) des Hauses Braunswerth betreffend, führte er als Landmesser durch. Dessen Sohn „Sebastian Kauert“ bekleidete ebenso das offensichtlich in der Familie erbliche Amt eines Bergvogtes wie sein Großvater. Nachdem Sebastian Kauert geheiratet hatte, zog er nach Büddelhagen. Sein Sohn „Peter Kauert“, gt. der Reiche, lernen wir als homburgischen Bergvogt und Besitzer der Erzgrube „Fünfzehn Löwenpfähle“ in Kaltenbach kennen. Der in Büddelhagen geborene Peter Kauert beginnt in Oberkaltenbach mit einem Großeinsatz von Geld mit dem Eisenerzbergbau. Erst nach 1719 hatte er Erfolge und grenzte sein Grube nach Belehnung des Berggericht mit 15 Pfählen ein. Die Grube hieß „des Peter Kauert 15 Löwenpfähl“. Neben dem Grubenfeld erbaute er noch eine Eisenschmelzhütte. Er wurde zum ersten Industriepionier der Region. Später prozessierte er gegen den Grafen von Nesselrode zu Ehreshoven, ebenfalls Besitzer von Eisenerzgruben und Reichsmarschall des Herzogtum Bergs. Trotz der Prozesskosten hinterließ er nach seinem Tode 1750 seinen Erben eine Summe von 80.000 Reichsthalern. Die Familie Albrecht Kauert, die das Haus später bewohnten, entstammten dieser Familie. Vor dem Verkauf des Hauses vor ein paar Jahren, war es noch im Besitz von Erna Fechner, geborene Kauert. Der erwähnte Peter Kauert wohnte später in Verr. Denkmal seit 1984.

Alte Kölner Str. 20

18. Jhd. Zweigeschossiges Fachwerkhaus auf hohem Bruchsteinsockel, im Erdgeschoss an einer Giebelseite und an einer Traufseite in Backstein erneuert, im Obergeschoss vom Giebel verputzt, Eingang an der rückwärtigen Giebelseite, weiter Eingang in das Kellergeschoss, rückwärtig kleiner Wirtschaftsanbau, teilweise massiv, teilweise in Fachwerk, zugehörig eine hölzerne Scheune (zum Wohnhaus ausgebaut), Denkmal seit 1984.

Brunnenweg 6

Wohnhaus „Im Salzrümpchen“, 18. Jhd. Aus mündlicher Überlieferung wird auch von Salzdepots berichtet. Daher wahrscheinlich der Name. Nach dem 1. Weltkrieg lebte dort bis 1927 Otto Höhler, 1932 sein Bruder Gustav Höhler, danach der gemeinsame Bruder Eugen Höhler mit seiner Frau Margarethe. Im Jahr 1929 gründet Willi Hans in Drabenderhöhe, damals Gemeinde Much, die Firma Willi Hans Klempnerei und Installationen und eröffnet außerdem in dem Gebäude, welches die Hausnummer 29 hatte, ein Haushaltswarengeschäft. Als Betriebsfahrzeug ist ein Fahrrad vorhanden, größere Teile werden mit einem Milchwagen, dem einzigen damals verfügbaren Transportmittel zu den Kunden gebracht. Die junge Firma übersteht den zweiten Weltkrieg, den Nationalsozialismus und Berufsverbot. 1965 baute er eine dazugehörige Lagerhalle, sowie eine Wohn- und Geschäftshaus auf der gegenüberliegenden Seite der Alten Kölner Strasse, in welches das Haushaltswarengeschäft umgezogen ist und von seiner Frau Marta, geborene Hüschemenger geführt wurde.

Brunnenweg 4

2000 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Erwähnenswert ist der Türspruch. Das Haus wurde 1745 von Dietrich Bellingrath und Els Holler (Elisabeth Höhler) errichtet.

Spitzenburg – heute Alte Kölner Str. 21

Um 1936 abgerissenes Haus – bereits 1675 erwähnt. Dort lebte um diese Zeit die Familie Velder. 1699 lebt Henrich Schmidt, Bruder des Advokaten, Bergvogt und Kanzleirat Christian Schmidt, „uff der Pfitzenburg“. Das Fachwerkhaus war bis zum Abriss im Besitz der Familie Voss. Nach dem Abriss entstand das dort heutige Gebäude in den 1930er Jahren.

3. Ehemaliges Gerätehaus – Alte Kölner Str. 31

Die Freiwillige Feuerwehr wurde 1885 als erster Verein gegründet. Das erste provisorische Gerätehaus befand sich gegenüber der „alten“ Post. 1905 wurde ein neues Gerätehaus an der jetzigen Alten Kölner Strasse errichtet. 1962 zog die Feuerwehr dann in das freiwerdende hintere Schulgebäude von 1891 um. 1976 erfolgte dann der Bau der jetzigen Feuerwehrwache.

4. Scheidt

Gliederung in 4 Hofgruppen: Oben im Hof, Mitten im Hof mit „Dumpe“, unten im Hof und Auf der Bitze (1728 erstmalig genannt). Noch halbwegs unverändert, alle ca. 18. Jhd: Scheidter Strasse 8, 10 und 16 (Bitze), Herrenhofer Str. 45/47, 29, Alte Kölner Str. 25 (Bitze). Auf der Bitze wird in den Kirchenbüchern das erste mal 1728 erwähnt. Scheidt wird zum ersten Mal 1559 mit einem Wilhelm in den Listen der Pferd- und Schüppendienste im Amt Windeck erwähnt. Jener Wilhelm ist 1574 Zeuge in einem Streit um die Bergrechte in Kaltenbach, was dokumentiert, dass schon damals die Menschen im Dorf im Bergbau beschäftigt waren.

5. Wohnhaus - Pfaffenscheider Weg 1/3

ehemaliges Pfarrgut, 2 geschossiges Fachwerkhaus, linker Trakt (Stalltrakt), im Erdgeschoss Bruchstein, Giebel verbrettert mit Luke, rückwärtig massiv erneuert, Kniestock des Daches später, zugehörige Fachwerkscheune und weiteres Gebäude in Bruchstein und Holz (ehemals Schule), 17. Jhd. Im Kern 16. Jhd. Das Pfarrgut wird im Visitationbericht von Jakob Sasse an die herzogliche Kommission erstmals 1582 mit 24 Morgen Haferland und 2 Morgen Garten erwähnt. Aber das Gut war nicht sehr ertragreich, da es kaum für 6 Kühe ausreichend Futter lieferte.

Die Kirchenrechnungen lassen zunehmend bauliche Mängel feststellen. Zwischen 1719 und 1734 werden laufend Reparaturen vorgenommen. 1744 wurden die Gebäude durch einen Sturm, 10 alte Eichen stürzten um, schwer beschädigt. Die Renovierungsarbeiten wurden erst 1770 abgeschlossen. Mit Pastor Schöler wird dann 1790 das Pfarrhaus im Dorf erbaut, das Pfarrgut 1867 dann verkauft. Bis 1806 nannte man den Hof Wiedenhof, erst mit den Franzosen kam die Bezeichnung Pfaffenscheid auf. Denkmal seit 1984.

6. Schulgebäude – Oskar-Hartmann-Strasse

Nach dem Verkauf des alten Schulhauses, wurde im Jahre 1837 ein neues Schulhaus auf dem jetztigen Parkplatz vor der Feuerwehr errichtet. Der Kostenaufwand betrug 1200 Thaler. Seit Pfingsten 1838 wurde dort auch unterrichtet. Die „alte“ Schule wurde 1961 abgerissen.

Im Jahre 1875 bereits 230 Schüler in zwei Klassen unterrichet. 1879 wurde dann eine dritte Klasse eingerichtet. Da der Raum fehlte, war diese bis 1892 im Saal des Gasthofes Müllenbach untergebracht. Um den Notstand zu beheben, gelang es dem Lehrer Dörrenbach mit Unterstützung des Bürgermeister Ennenbach einen neuen Schulsaal, einen Ziegelsteinbau im Jahre 1891 zu errichten. 1894 nahm die Schülerzahl ab (172), da die Bergwerke in Wellerscheid und der Grube Silberkaule ihren Betrieb einstellten und einige Familien ins Agger- und Wiehltal verzogen. 1911 hatte die Schule nur noch 156 Kinder. Mit der abnehmenden Schülerzahl wurde die Schule 1923 wieder zweiklassig. In dem freiwerdenden Raum wurde eine Jugendherberge eingerichtet. Die Jugendherberge war Ziel vieler Jugendlicher, und der Besuch steigerte sich von Jahr zu Jahr. 1932 gehörten zum Schulverband Drabenderhöhe die Ortschaften Drabenderhöhe, Dahl, Hillerscheid, Jennecken, Niederhof, Hahn, Immen, Brächen (Gem. Drabenderhöhe), Scheidt, Pfaffenscheid, Obermiebach, Anfang, Verr, Büddelhagen und Brächen (Gem. Engelskirchen und Gem. Ründeroth). 1948 wurde die Schule vierklassig (221 Schüler). 1955 wurde Oskar Hartmann Hauptlehrer in Drabenderhöhe. Seinen Bemühungen ist zu verdanken, dass ein neues Schulgebäude entstand. Er leitete die Lehranstalt bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand am 31. März 1965 und war bei Schülern, Kollegen und Eltern ein sehr beliebter und geschätzter Lehrer. Ihm zu Ehren wurde auch eine Strasse in der Nähe des neuen Schulgebäudes in Oskar-Hartmann-Strasse benannt.

Direkt neben dem „alten Schulhaus“ wurde 1905 ein Gebäude mit der Lehrerwohnung errichtet. Mit Errichtung der Feuerwehrgebäudes 1976 wurde es abgerissen.

1926 wird ein Einfamilienhaus an der Zeitstrasse 14 für den 2. Lehrer gebaut.

1959 wurde die jetzige Schule nach langen Jahren unzureichender Raumverhältnisse durch den Bau einer vierklassigen Schule mit Turnhalle und Werkraum am Westrand des Dorfes errichtet. Seit dem 23. September 1960 wurde dort auch unterrichtet. Durch den Zuzug der Siebenbürger-Sachsen, wurde 1963 mit einem Erweiterungsbau begonnen. Am 01. August 1970 wurden die Evangelische Volksschule Drabenderhöhe und die Gemeinschaftsgrundschule in Faulmert aufgelöst und zur Grundschule Drabenderhöhe zusammengelegt.

Eine weitere Schule innerhalb der Kirchengemeinde bestand in Reuschenbach, einem Ortsteil von Weiershagen. Diese wurde bereits schon im 17. Jhd. eingerichtet. Als die Weiershagener Höfe links der Wiehl 1698 der Kirchengemeinde zugeordnet wurden, blieb die Bestimmung, dass „die Gerechtsame an der Schule zu Reuschenbach unverändert bleiben“. Die Schule blieb also beim Kirchengut Wiehls. Als Schulraum diente das Nebengebäude eines Wohnhauses, das im Jahre 1807 abgebrannt ist. Nach dem Brand baute man ein einstöckiges Schullokal mit anschließender Wohnung für den Lehrer. Dieser Wohnhausanbau wurde 1845 um ein zweites Stockwerk vergrößert. Ein neuer Schulbau wurde 1876 fertiggestellt und die Einweihung erfolgte am 04. Mai 1876.

Wohnhaus – Drabenderhöher Str. 19

Zur Zeit des Pfarrer Johann Jakob Haas aus Verr, der von 1706 bis 1729 hier amtierte, kam der erste „Schulmeister“ nach Drabenderhöhe, Schumacher aus Wiehl. Der Unterricht fand in Privathäusern statt. Um sein Einkommen aufzubessern, übertrug man ihm den Glöcknerdienst. Lehrer Schumacher blieb allerdings nur wenige Jahre. Unter Pastor Bellingrath, der 1729 nach Drabenderhöhe kam, wird kein Lehrer mehr erwähnt. Er selbst unterrichtete, wenn kein Lehrer da war, besonders in den Wintermonaten im Pfarrhaus in Pfaffenscheid. Im Jahre 1742 wurde auf Befehl des Grafen Friedrich Karl zu Sayn-Wittgenstein-Homburg eine neue Schule zu Drabenderhöhe errichtet. Pastor Christian Bellingrath (1727 bis 1784) gelang es, die beiden Schwestern Anna Maria und Elisabeth Clemens, die keine Anverwandten hatten, Ihr Haus und Garten sowie 4 Morgen Land und einer Wiese an die Kirchengemeinde zum Bau einer Schule zu vermachen. Nach dem Tode der beiden Schwestern wurde das Haus umgebaut und erhielt neben einer Schulkasse eine Lehrerwohnung. Ein Schulzwang bestand bis dahin nicht. Erst durch die von Ludwig Ferdinand, regierender Graf zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, Herr zu Homburg, Vallendar, Bruch, Neumagen und Neuhemsbach, am 24. Oktober 1744 erlassene Homburgische Schulordnung wurde mit gewissen Ausnahmen der Schulzwang eingeführt. In dieser Schulordnung wurde auch ein Schulgeld festgesetzt und darin bestimmt: das jeden Orts gewohnte Schulgeld, so hiermit in specie auf der Drabenderhöhe auf 10 Albus (0,23 Cent) monatlich determiniret wird. 1837 verkaufte man das Haus und Garten für 200 Thaler an den Lehrer Peter Schmalenbach. 1863 konnte Lehrer Schmalenbach auf eine 40jährige Amtszeit zurückblicken, die von der Schulbehörde und der Schulgemeinde in einer Feierstunde besonders gewürdigt wurde.

7. Wohn- und Geschäftshaus – Drabenderhöher Str. 8

erbaut 1904, Erdgeschoss in Mauerwerk, Obergeschoss in Fachwerk, Fassadenausbildung in allen Bestandteilen erhalten. Zeigt den gründerzeitlichen Umgang mit Proportionen und Materialien, Fachwerk zeigt den an baugewerblichen Schulen entwickelten Stil. Das Haus gehörte der Familie Löwer. Johann Christian Loewer war Seeoffizier, Munizialrat in Nümbrecht , Papierfabrikant in Homburg, sowie Gastwirt in Drabenderhöhe, geboren 1767 in Berleburg. Als die Papiermühle 1810 in in privaten Besitz der Familie Geldmacher überging, gründete er einige Zeit später in Drabenderhöhe einen Papierwarenhandel, Textilgrosshandlung und Textilwarengeschäft. Er schickte Vertreter mit Mustern übers Land und bereiste auch selbst in der Kutsche mit eigenen Pferden die Kundschaft. Da die oberbergischen Hausfrauen stets Wert auf schöne Wäsche legten und die Aussteuer der Töchter Jahr für Jahr zusammensparten, die „Dienstmädchen“ auch zu Weihnachten meist Wäsche für die Aussteuer erhielten, dürfte der Handel ein lukratives Geschäft gewesen sein. Denkmal seit 1983.

8. Evangelisches Pfarrhaus – Drabenderhöher Str. 4

Pfarrhaus von 1790, 2 geschossiges Fachwerkhaus mit Krüppelwalmdach. Giebel und rückwärtige Traufseite verschiefert.

Da das alte Pfarrhaus im Pfaffenscheid in schlechten Zustand war und der damalige Landesvorstand keine Gelder bewilligte um ein neues Haus zu errichten, baute Pastor Johann Wilhelm Schöler ein eigenes Haus. Er besass Grundstücke in Drabenderhöhe. Noch heute gibt es die Flurbezeichnung „Im Schölersgarten“ (Fläche hinter Gasthof Klein, Strasse im Biesengarten). Am 24.12.1860 kaufte die Kirchengemeinde das Gebäude und verkaufte das Pfarrgut Pfaffenscheid an Witwe Schöneshofer. Pfarrer Spandau modernisiert nach 1906 das Haus, setzt einen Erker daran und errichtet einen Anbau mit Konfirmandensaal.

Im Krieg brannte der Dachstuhl aus, der barockisierende Giebel wurde in anderer Form wiedererrichtet. Denkmal seit 1983.

9. Gasthaus – Drabenderhöher Str. 2

Baudenkmal ist der Gasthof. Es handelt sich um einen verputzten Ziegelbau in fünf zu fünf Achsen, der 1860 von Friedrich Klein errichtet wurde. Der gelernte Schmied eröffnete am 01. Oktober 1860 den Gasthof und betrieb nebenbei ein Fuhrgeschäft. 1896 wurde das Haus für den Fremdenverkehr eingerichtet. Vorher war es eine reine Gastwirtschaft mit Essen und Übernachtung. Bis zu 60 Gäste konnten damals untergebracht werden. Der stattliche Bau wird durch die Eingänge von der Drabenderhöher Strasse und von der Zeitstrasse erschlossen. Die Eingänge sind trauf- und giebelseitig, jeweils in der Mittelachse. Die Fenster und Türen haben Stuckumrahmung. Die Putzfassaden sind durch Eckquaderungen, umlaufende Gurtgesimse über dem Erd- und Obergeschoss, ein stark verkropftes Traufgesims, Putzumrahmungen der Fenster, Medaillons im Giebel und im Drempel sowie halbkreisförmige Bögen mit Muschelornamenten über den Eingängen reich gegliedert. Die einzelnen Geschosse sind durch Gesimse gegeneinander abgegrenzt. Im Innern ist das konstruktive Baugefüge in der Fachwerkkonstruktion unter anderem im Grundriss erhalten. Nicht erhalten ist die baufeste Ausstattung wie Außentüren und Innentüren.

Das Gasthaus wurde seit Beginn von der Familie Klein geführt. In zweiter Generation übernahm Ernst Klein mit seiner Frau Emma, geborene Hüschemenger, das Anwesen. Zielstrebig baute er das Haus aus und gab ihm ein stattliches Aussehen. Viele Sommerfrischler machten den Gasthof Klein zu ihrem Feriendomizil. Nachdem im Jahre 1924 eine zum Gasthaus gehörige Scheune abbrannte, wurde 1925 ein Saal angebaut. Im Schriftverkehr mit der Baubehörde in Much wird hierbei auch die Kirmes am 16. August 1925 erwähnt. 1929 wurde die Sockelmauer errichtet. Denkmal seit 1994.

Kretsch – Zeitstrasse 8

Ortsteil von Scheidt, bereits 1559 wird ein Peter im Kretz in den Listen der Pferd- und Schüppendienste im Amt Windeck erwähnt. Im Jahre 1675 lebt die Familie Velder im Kretsch. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um das Haus der früheren Gastwirtschaft Müllenbach. Der Kretscherhof mit dem mündlich überlieferten steinernen Tisch muss eine umfangreiche Fuhrmannskneipe gewesen sein. Daniel Müllenbach kam aus Volberg/Hoffnungsthal. Er liess das alte Haus abreissen und errichtete einen neuen stattlichen Bau an der gerade neu gebauten Trasse der Zeithstrasse. Er hatte bereits 1868 an der Grenze zu Drabenderhöhe eine Gastwirtschaft mit dem damit wie üblich verbundenen Lebensmittel- und Textilgeschäft. Er starb früh im Alter von 50 Jahren im Jahre 1881. Seine Witwe Henriette führte das Geschäft fort. Der Gasthof Müllenbach sei in „Hotel“ gewesen, ein sehr schönes gepflegtes Haus, an beiden Seiten der Haustreppe eine Terrasse mit Lorbeerbäumen und vielen Blumen. Der älteste Sohn Otto Müllenbach (geboren 1868) hielt Pferde und Kühe und kaufte in Bergneustadt eine alte Scheune, um sie neben dem zu klein gewordenen Pferdestall aufzurichten. Er besuchte die Kunden mit der Kutsche und fuhr auch damit zu Gemeinderatssitzungen nach Much. Er initiierte die Eingemeindung von Scheidt nach Drabenderhöhe. 1945 wurde das Haus bei einem Fliegerangriff total zerstört. Danach blieb das Gelände eine Schuttstelle bis der Heimatverein 1949 einen kleinen Dorfplatz mit Rasenfläche und zwei Bänken anlegte. 1959 verkaufte die Familie Müllenbach das Grundstück an die Familie Jäkel, die dort das jetztige Wohnhaus mit Geschäftslokal erbaute.

Zum Kretsch gehörten auch das Haus Nohl. Die Familie Nohl stammte aus Dreisbach (Much) und ist mit Nikolaus Nohl seit 1705 im Kretsch nachweisbar. Wahrscheinlich wurde um diese Zeit auch das Haus gebaut, allerdings vor einigen Jahren abgerissen.

Ein weiteres Gebäude stand zwischen dem Gasthof Müllenbach und der späteren Metzgerei Schick, wo Ernst Höhler (Sohn des Albrecht Höhlers) einige Zeit eine Bürstenfabrik betrieb, nachdem diese in Konkurs ging. Nach mündlicher Überlieferung ist das Haus nach 1928 abgebrannt und niedergelegt worden. Es wurde auch nicht wieder aufgebaut.

In der Zeitstrasse 8 befand sich früher die Schmiede von Karl Thönes. Dort wurden zeitweise 12 Gesellen beschäftigt. Gebaut wurde es nach 1860, nachdem die Zeitstrasse von Much nach Drabenderhöhe in der jetztigen Trasse angelegt wurde. Weitere Schmieden befanden sich in der Herrenhofer Str. 33 (Schmiede Voss) und im Schmiedeweg (Schmiede Fritz Nohl).

10. Evangelische Kirche

Klassizistischer Saalbau von 1846 mit Rundbogenfenstern und eingezogener, halbkreisförmigiger Apsis. Der 5-geschossige romanische Westturm ist aus der Apsis gedreht und durch einen kleinen Verbindungsbau an das Langhaus angeschlossen. Das obere Geschoss und die 8-seitige, geschweifte Turmhaube wurden 1697 aufgesetzt. Westturm Bruchstein, geschlämmt, Langhaus und Apsis verputzt.

Am 21.03. 1945 wurde die Kirche bei einem Tieffliegerangriff zerstört. Der Saalbau brannte aus und die Kirche verlor ihren Turmhelm. 1949 wurde die Kirche wieder eingeweiht, 1953 war auch der barocke Turmhelm wieder hergestellt. Denkmal seit 1982.

Grabplatten und Grenzstein an der evangelischen Kirche

Drei Grabplatten zu den Seiten des Eingangs in die Mauer eingelassen, 18. Jhd.

Die Grabplatten gehörten zu Gräbern der Eheleute Jakobus Wülfing und Anna Getrud von Recklinghausen, die 1697 großzügig zum Wiederaufbau der Kirche 100 Reichsthaler spendeten.

Wülfing war Kaufmann und Grosshändler und war Pächter der Leuscherather Mühle, lebte in Unterkaltenbach. Die Leuscherather Mühle kaufte er 1694. Laut einem Eintrag im Drabenderhöher Kirchenbuch ist er erschlagen worden. Die Familie von Recklinghausen stammte ursprünglich aus Eschweiler. Der Vater von Anna Gertrud zog ins Oberbergische, war Bergvogt (wahrscheinlich in Kaltenbach) und lebte in Braunswerth (heute Engelskirchen, Fabrikgelände Ermen und Engels). Anna Gertrud wurde auf dem Chor vor dem Tisch beerdigt.

Die Grabplatten sind aus Kalkstein, H. 204 cm, B. 109 cm, 1706 (Wüfling), bzw. 1704 (von Recklinghausen). Nur geringe Unterschiede in der Form. Im oberen Teil befinden sich die Wappen der beiden Familien im unteren Teil die von Rankenwerk mit Sanduhr und Totenschädel umgebenen Schriftfelder. Die heute noch kaum leserlichen Inschriften in lateinischer Sprache lauten:

Grabplatte I: Welche Frau ruht an dieser Stelle? Ist es eine einflußreiche Frau von Stande? Sie ist als Kind vom Elternstamm von Recklinghausen geboren worden. Wer war der Gatte? Jener allbekannte Großhandelsmann Peter Jakob Wülfing, schon betrübt, da er verwitwet ist. Wen pflegte sie als Jungfrau? Den Vater. Was im vorgeschrittenen Alter? Die Tugend, den Glauben, die Gerechtigkeit, zumal aber sie Gott verehrte. An welcher Krankheit starb sie? War es durch die Geburt, oder war es gleichsam aus Herzeleid? Sie war erfüllt von unerschütterlicher Hoffnung und unerschütterlichem Vertrauen. So war ihr weltliches Leben; wie wird das andere sein? Von wo steht sie auf, wann wird sie sich aud dem Grabe erheben? Wenn die Posaune Gottes erschallt. Anna Getrud von Recklinghausen, geb. 21.9.1662 - gest. 3.3.1704

Grabplatte 2 Die Angehörigen des sehr vornehmen und ehrenvollen Mannes, des sehr weisen Herrn Jakob Wülfing in Leuscherath, eines Großhändlers von sehr gutem Ruf: Ich mußte sterben, auch wenn die Frömmigkeit, die Liebe, die Tugend und der Glaube es verbieten würden. Er wäre niemals gestorben, da er der Tempel der Frömmigkeit und die Kapelle des Glaubens war. Aber dennoch hat der Tod Wülfing nach göttlichem Gesetzt getötet und an die Seite seiner Frau geworfen. Von dem Todestage an werden die Anverwandten, der Schwiegervater, die geborenen Töchter und der Sohn betrübt sein. Wehe, der Tod bedrängt uns! Von da ab aber ist ein ernsthafter Grund neuer Trauer ins Haus hineingetragen worden. Wozu beweine ich laut die Gewalt des Todes? Es geziemt sich den Willen Gottes mit höchstem Lobe anzuerkennen. Wülfing ist nicht gestorben, sondern er steht als Glückseliger in der göttlichen Freude, und es geschieht nicht, daß er sterben wird. Geboren 1662 - gestorben 1706

Die dritte Platte ist aus Sandstein und befindet sich mittlerweile in der Kirche, H. 74 cm, B 57 cm. 18 Jhd. Sichtbar ist nur die Rückseite der links neben dem Eingang der Kirche befestigten Platte mit der Inschrift: „ HOS CC 6. Kompt wir wollen wider zum Herren dan er hatt uns zerissen er wirt uns auch heillen.“

Grenzstein in der Kirchplatzmauer von 1604 mit dem Wappen der von Sayn-Wittgenstein.

Der Grenzstein stammt aus dem Jahre 1604, Trachyt, H. 53 cm, B. 29 cm, T. 17 cm. Vorderseite mit bergischem Löwen, Rückseite mit dem Wittgensteinischen Wappen und der Zahl I. Der Stein gehört zu den 24 Grenzsteinen, die zur Abgrenzung der Herrschaft Homburg nach dem Siegburger Vergleich gesetzt wurden. Denkmal seit 1982

Mit dem Siegburger Vergleich wurde Drabenderhöhe endgültig zum Grenzort zwischen dem Herzogtum Berg und der Reichsgrafschaft Homburg. Das Herzogtum Berg war verwaltungstechnisch in Ämter unterteilt. Dies führte dazu, dass der Ortsteil Scheidt im Amt Windeck und Anfang im Amt Steinbach lag. Mit dem Reichsdeputationsausschuss in Regensburg 1806 wurden die alten Verwaltungseinheiten aufgelöst und dem Herzogtum Berg angeschlossen. Es entstanden Kreis Uckerath/später Siegkreis (Gemeinde Much), Kreis Wipperfürth (Gemeinde Engelskirchen) und Kreis Homburg/später Gummersbach (Gemeinde Drabenderhöhe). Die Grenze wurde erst im Jahre 1932 auf Drängen der Bewohner von Scheidt zugunsten der Gemeinde Drabenderhöhe um den Ort verlegt.

1952 erhielt der historische Grenzstein während der Verlegung der Kirchenmauer seinen alten Platz zurück. Dabei wurde eine Urkunde eingemauert, die folgenden Text enthielt: „Durch den Siegburger Vergleich vom 12. Juni 1604 und seine Ausführungsbestimmungen vom 19. November 1604 wurden die jahrzehntelangen Grenzstreitigkeiten zwischen dem Herzogtum Berg und der Herrschaft Homburg beendet. Am 31. März 1605 setzte die bergisch-wittgensteinische Kommission im Beisein einer Anzahl junger und alter beiderseitigen Untertanen den Grenzstein Nr. 1 vor der Kirche in Drabenderhöhe an der Wegekreuzung Brächen-Wellerscheid und Heckberg-Hillershagen (heute Hillerscheid). Die insgesamt 24 Grenzsteine aus Drachenfelstrachyt vom Kölner Meister Gerhard Schewen, Bildhauer und Bürger zu Köln, für zwei Reichsthaler das Stück gefertigt, legten die Grenze ab Drabenderhöhe (Nr. 1) über Brächen (Nr. 2), Niederseßmar (Nr. 3) Dreiherrenstein genannt, bis nach Ziegenhardt an der Waldbröl (Nr. 24) fest. Seit der Eingemeindung der Orte Anfang (aus Gemeinde Engelskirchen) und Scheidt (aus Gemeinde Much) nach Gemeinde Drabenderhöhe im Jahre 1932 ist der Stein Nr. 1 kein Grenzstein mehr. Bei der Erbreiterung der Straßenkreuzung vor dem letzten Weltkrieg wurde er zunächst entfernt, wegen seiner historischen Bedeutung aber erhält er heute seinen neuen Platz, nahe seinem ursprünglichen Standorte. Die Grenze zwischen den Steinen Nr. 1 bis 24 ist bis heute gültig geblieben: bis 1806 trennte sie Herrschaften und Amt Windeck, bis 1815 Kantone, bis 1819 bzw. 1825 Kreise, bis 1932 teils Gemeinden, teils Kreise, seit 1932 Gemeinden. Drabenderhöhe, Montag, den 07. Juli 1952. Namens der Kommunalgemeinde Seelbach, Gemeindedirektor, Namens der evangelischen Kirchengemeinde Adolf Müller, Pfarrer, Namens des Bergischen Geschichtsvereins Fritz Rau sen., Windhagen, Namens der Bauhandwerker Ewald Heppner.“

11. Wohn- und Gasthaus – Alte Kölner Strasse 2

Haus „Am Anfang“, wahrscheinlich 18. Jhd. Im Kern älter, da bereits 1669 in den Kirchenbüchern genannt. Haus des Kaufmanns und Gutsbesitzers Peter Schmidt, verdankte seinen großen Reichtum dem Eisengeschäft. Dem Urteil aus dem Jahre 1701 im Prozess vor dem Reichskammergericht in Wetzlar gegen den Richter Büttinghausen verdanken wir unser Wissen über einen Kaufvertrag von 80 vierpfündigen und 20 dreipfündigen Kanonen, die auf der Weiershagener Hütte gegossen und nach Holland geliefert werden sollten. Peter Schmit starb am 14. April 1707. Seine Tochter „Elisabeth Schmidt“ wurde die Ehefrau von „Johann Heinrich Hackebracht“, dessen Familie Besitzanteile an der Weiershagener und Repschenrother Hütte hatte. Elisabeths Bruder, Christian Schmidt studierte Rechtswissenschaft und wurde Advokat, hat diesen Beruf allerdings nicht ausgeübt. Er war homburgischer Kanzleirat, am 17. November 1726 kauft er mehrere Grundstücke für einen Reckhammer, am 04. September 1728 kauft er das Gut Helmerhausen. Er war der Besitzer der Weiershagener Hütte. Am 02. September 1708 heiratet er Maria Katharina Loth aus Schellhaus/Kirchspiel Honrath, um 1720 errichtet er das Burghaus in Bielstein. Seine Schwester Gertrud heiratete den Bergwerkdirektor Peter Kauert aus Verr (in Büddelhagen geboren). Um das Jahr 1680 lebt ein Anton Bergerhof in dem Haus, 1721 sein Sohn Heinrich. Nach 1860 wurde im Haus eine Schwankwirtschaft mit angeschlossener Bäckerei und Sattlerei betrieben. Zunächst gehörte es Johann Christian Haas. In der Zeit vor dem 1. Weltkrieg wurde diese von Ewald Kalscheuer geführt und und nach dem 2. Weltkrieg von der Familie Lang übernommen.

12. Museum „Grüne Scheune“ - Alte Kölner Strasse 6

Fachwerk und Ziegelstein, der Sockel und die Böden sind aus Naturstein. Im Gebäude fanden sich eine Bierbrauerei mit Brauereiteich, im Wohnhaus war das Hefestübchen, wo Hefe verkauft wurde, eine Krautpatsche, eine Kornbranntbrennerei. Unter der Scheune befindet sich ein Gewölbekeller (Schnappskeller), L. 15 m, B 3 m mit einem 12 m tiefen in Naturstein gehauenen Brunnen.

Gustav Hühn, 1835 geboren verlor mit 6 Jahren seine Mutter. Sein Vater starb als er 17 Jahre alt war. Da dieser gleich nach dem Tode seiner Mutter wieder geheiratet hatte, wurde er von seiner Tante Wilhelmine Nohl, geborene Hühn erzogen. Er kam als Gehilfe zu Johannes Ferdinand Haas, der sich um 1837 (Offizielles Adress-Buch für Rheinland-Westphalen, Eintrag 1838: Haas, Ferd., Bierbrauerei und Gastwirthschaft - Anfang, nach anderen Angaben soll es 1848 gebaut worden sein, laut den preussischen Statistiken 1843 und 1845 existierte in Anfang nur ein Haus, auf der Zeichnung von Wilhelm Klein 1837 ist das Haus aber schon zu sehen) am Anfang ein stattliches Haus gebaut hatte und dort eine Bierbrauerei betrieb. Haas hatte keine Söhne, nur zwei Töchter, eine war mit dem Schmied Thönes im Kretsch verheiratet. Caroline heiratete Gustav Hühn. Nach dem Tode des alten Haas, übernahm er den Betrieb, eine große Landwirtschaft mit Pferden und Kühnen, Knechten und Mägden. Die Bierbrauerei gab er auf und gründete 1884 die Schnappsbrennerei. Hühn belieferte die sieben Wirtschaften Drabenderhöhes als auch die Gaststätten von Nümbrecht bis Seelscheid mit Pferd und Wagen. „Hühns alter Korn“ war ein Inbegriff. Den Grundstoff lieferte eine der Quellen des Wahnbachs, die er im Keller hatte. Er war auch Kirchmeister und starb im Alter von 91 Jahren. Der Brennereibetrieb wurde in den 1950er Jahren eingestellt.

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