Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende ÜberarbeitungNächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| hoefe:scheidt:pfaffenscheid [2014/08/30 16:49] – Achim Höhler | hoefe:scheidt:pfaffenscheid [2026/06/27 17:02] (aktuell) – Achim Höhler | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| ====Pfaffenscheid==== | ====Pfaffenscheid==== | ||
| - | Pfaffenscheid ist ein Einzelhof südlich des Weilers Scheidt. Das Wohnhaus stammt vermutlich im Kern noch aus dem 16. Jhd. und ist damit neben dem Kirchturm das älteste noch erhaltenen Gebäude | + | Pfaffenscheid ist ein Einzelhof südlich des Weilers Scheidt |
| {{: | {{: | ||
| - | Der Ortsname Pfaffenscheid | + | Der Ortsname Pfaffenscheid |
| {{: | {{: | ||
| + | In den Kirchenakten finden sich 1621 die Bezeichnungen " | ||
| Der Wiedenhof im Pfaffenscheid wurde erstmals im Jahre 1582 im Visitationsbericht des Drabenderhöher Vikars Jakob Sasse an die bergische herzogliche Kommision erwähnt: | Der Wiedenhof im Pfaffenscheid wurde erstmals im Jahre 1582 im Visitationsbericht des Drabenderhöher Vikars Jakob Sasse an die bergische herzogliche Kommision erwähnt: | ||
| „Die Kapelle gehöre dem Johanniterorden und nannte sich domus hospitalis Sancti Johannis Baptistae. Er habe vernommen, dass der Kommentur des Johanniterordens zu Marienhagen früher den Geistlichen in Drabenderhöhe angestellt habe, daß jetzt aber der Fürst von Berg die Stelle vergebe. Das Einkommen dasselbst belaufe sich auf 10 Gulden. Zu der Stelle gehörten damals 24 Morgen Haferland und 2 Morgen Garten. An Heu liefere das Gütchen kaum für sechs Kühe hinreichendes Futter, früher sei die Kapelle im Besitze eines Hofes zu Niederhoben (Niederhof) gewesen. Den habe ein Windecker Amtmann Nesselrath für 180 Gulden an sich genommen. Das dafür gezahlte Kapital bringe jetzt 9 Gulden ein, ebensoviel, wie ehemals der Pacht des Hofes betragen habe. Auch gehörte der Kapelle früher eine halbe Mahlmühle In der Hoen (Hähner Mühle), welche der zweite Vorgänger des jetztigen Komtur zu Marienhagen dem windeckschen Rentmeister Pampus verkauft habe. Die Kirche habe außerdem jährlich sechs Gulden Einkommen und noch einige Büsche, | „Die Kapelle gehöre dem Johanniterorden und nannte sich domus hospitalis Sancti Johannis Baptistae. Er habe vernommen, dass der Kommentur des Johanniterordens zu Marienhagen früher den Geistlichen in Drabenderhöhe angestellt habe, daß jetzt aber der Fürst von Berg die Stelle vergebe. Das Einkommen dasselbst belaufe sich auf 10 Gulden. Zu der Stelle gehörten damals 24 Morgen Haferland und 2 Morgen Garten. An Heu liefere das Gütchen kaum für sechs Kühe hinreichendes Futter, früher sei die Kapelle im Besitze eines Hofes zu Niederhoben (Niederhof) gewesen. Den habe ein Windecker Amtmann Nesselrath für 180 Gulden an sich genommen. Das dafür gezahlte Kapital bringe jetzt 9 Gulden ein, ebensoviel, wie ehemals der Pacht des Hofes betragen habe. Auch gehörte der Kapelle früher eine halbe Mahlmühle In der Hoen (Hähner Mühle), welche der zweite Vorgänger des jetztigen Komtur zu Marienhagen dem windeckschen Rentmeister Pampus verkauft habe. Die Kirche habe außerdem jährlich sechs Gulden Einkommen und noch einige Büsche, | ||
| Zeile 25: | Zeile 26: | ||
| Mündlich überliefert ist ein nachbarlicher Zwist. Die Scheidter Bauern liessen manchmal ihre Schweine frei herumlaufen, | Mündlich überliefert ist ein nachbarlicher Zwist. Die Scheidter Bauern liessen manchmal ihre Schweine frei herumlaufen, | ||
| - | Im Jahre 1784 tritt Johann Wilhelm Schöler das Pastorenamt in Drabenderhöhe an. Er war mit dem Domizil in Pfaffenscheid nicht zufrieden, da es sehr baufällig war. Er stellte einen Antrag auf Neubau eines Pfarrhauses im Dorf. Der Antrag wurde vom Landesvorstand, | + | Im Jahre 1784 tritt Johann Wilhelm Schöler das Pastorenamt in Drabenderhöhe an. Er war mit dem Domizil in Pfaffenscheid nicht zufrieden, da es sehr baufällig war. Er stellte einen Antrag auf Neubau eines Pfarrhauses im Dorf. Der Antrag wurde vom Landesvorstand, |
| {{: | {{: | ||
| - | Nach 1790 wurde das Pfarrgut verpachtet. Erster Pächter war ein Christian Kemper. 1803 folgt ihm Johannes Bau aus Guxmühlen, 1810 die Familie des Johannes Marsch, sowie dessen Neffe Johannes Heinrich Klucke aus Überdorf. Zwischenzeitlich lassen sich noch ein Johannes Christian Hardt, Johannes Heinrich Lutter und Adolph Friedrich Jung in Pfaffenscheid nachweisen. Ab 1835 ist als Pächter ein Wimar Wahlen angegeben, zwischen 1847 und 1850 Franz Peter Lindenberg. Danach lebt auf dem Gut bis etwa 1867 Wilhelm Zapp und seine Familie. Das Pastorat im Dorf wurde von der Kirchengemeinde angemietet und 1860 von der Familie Schöler gekauft. Unter Pastor Christian Bickenbach wird Pfaffenscheid dann 1867 mit 17 gegen 9 Stimmen des Presbyteriums an die Wittwe Henriette Schöneshofer verkauft. Ihre Tochter Amalie heiratet 1878 Friedrich Wilhelm Mertens aus Helzen bei Waldbröl. Ihr Sohn Wilhelm Mertens übernimmt später Pfaffenscheid. Die Nachfahren der Familie Mertens leben heute noch auf dem ehemaligen Pfarrgut. 1924 unterzeichnen die Bewohner von Pfaffenscheid (Karl Mertens, Emilie Mertens und Mathias Morosow) den Antrag der Bewohner aus Scheidt und Obermiebach zur Ausgemeindung aus Much nach Drabenderhöhe. 1932 wurde dann Pfaffenscheid zusammen mit Scheidt und Anfang in die Gemeinde Drabenderhöhe eingegliedert. Allerdings wurde nur ein kleiner Teil der Pfaffenscheider Flur, die bis nach Obermiebach reichte, eingemeindet. Die Grenze zwischen Much und Drabenderhöhe bzw. der späteren Stadt Wiehl verläuft bis heute westlich | + | Nach 1790 wurde das Pfarrgut verpachtet. Erster Pächter war ein Christian Kemper. 1803 folgt ihm Johannes Bau aus Guxmühlen, 1810 die Familie des Johannes Marsch, sowie dessen Neffe Johannes Heinrich Klucke aus Überdorf. Zwischenzeitlich lassen sich noch ein Johannes Christian Hardt, Johannes Heinrich Lutter und Adolph Friedrich Jung in Pfaffenscheid nachweisen. Ab 1835 ist als Pächter ein Wimar Wahlen angegeben, zwischen 1847 und 1850 Franz Peter Lindenberg. Danach lebt auf dem Gut bis etwa 1867 Wilhelm Zapp und seine Familie. Das Pastorat im Dorf wurde von der Kirchengemeinde angemietet und 1860 von der Familie Schöler gekauft. Unter Pastor Christian Bickenbach wird Pfaffenscheid dann 1867 mit 17 gegen 9 Stimmen des Presbyteriums an die Wittwe Henriette Schöneshofer verkauft. Ihre Tochter Amalie heiratet 1878 Friedrich Wilhelm Mertens aus Helzen bei Waldbröl. Ihr Sohn Wilhelm Mertens übernimmt später Pfaffenscheid. Die Nachfahren der Familie Mertens leben heute noch auf dem ehemaligen Pfarrgut. 1924 unterzeichnen die Bewohner von Pfaffenscheid (Karl Mertens, Emilie Mertens und Mathias Morosow) den Antrag der Bewohner aus Scheidt und Obermiebach zur Ausgemeindung aus Much nach Drabenderhöhe. 1932 wurde dann Pfaffenscheid zusammen mit Scheidt und Anfang in die Gemeinde Drabenderhöhe eingegliedert. Allerdings wurde nur ein kleiner Teil der Pfaffenscheider Flur, die bis nach Obermiebach reichte, eingemeindet. Die Grenze zwischen Much und Drabenderhöhe bzw. der späteren Stadt Wiehl verläuft bis heute östlich |