Heimatverein Drabenderhöhe e.V.

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-==== Forst ==== +===== Forst ===== 
  
-Forst wurde das erste Mal urkundlich im Jahre 1465 als „Forste“ in der Urkunde „Gebrechen Homburg – Berg wegen Einwanderern“ erwähnt. Der Ort galt früher als die wichtigeste Bergbauregion im Homburger Ländchen. Am 11. November 1477 bestätigen der Graf Everhard von Sayn, Graf zu Wittgenstein und der Junggraf Gerhardt zu Sayn, beide Herren zu Homburg den Berggesellen Roel und Peter Puchten für sich und ihre Nachkommen die Verleihung des Rechtes „in dem Berg uff dem Vorste im Kirchspiel Wiehl“ Eisenstein zu schürfen. Dabei wurden die beiden verpflichtet, den Grafen und der Kirche zu Wiehl, auf deren Gütern sie Bergbau betreiben durften, Bergabgaben zu liefern. Den Zehnten teilten sich je zur Hälfte die Grafen und die Wiehler Kirche. Ein weiteres Bergwerk und der älteste datierbare (1474) Stollen des bergischen Landes ist der „Alte Giersberg“ (heute Hohe Warte, 1575 Der Geirßpergh), bereits auf dem Boden der Herrschft Gimborn-Neustadt gelegen. Am 23. Oktober 1503 wurde die Ordnung „für die Berggesellen auf dem Vorste“ durch die Amtsleute von Homburg erneuert. Aus den Urkunden der Zehntabgabe geht hervor, dass im späten 16. und im frühen 17. Jahrhundert im Bergwerk „Auf dem Forst“ bis zu 1320 Fuder (etwa 1000 Tonnen) Eisenerz jährlich gewonnen wurde. Dieses Bergwerk hatte 1575 den Namen „Daß hoenernist“, der Flurname Hühnernest existiert bis heute. Im Jahre 1802 rechnete der homburgische Bergvogt von 18 Bergwerken, von denen sich allein 9 bei Forst befanden, 38 Haufen und 34 Trägen Eisensteinzehnt ab. Dabei entsprach ein Kubikmeter Eisenstein circa 37 Träg, ein Hauf leichter Eisenstein wog gut 7000 und ein Hauf guter Eisenstein zwischen 9000 und 10000 Pfund. Wie neuere Forschungen ergaben, wurde das Erz auch in direkter Umgebung verhüttet. Es entstanden zahlreiche Rennfeuer-Plätze, aber es wurde auch in die Weiershagener Hütte zur Weiterverarbeitung gebracht. Während der Napoleonischen Kriegen wurde der Bergbaubetrieb nach und nach aufgegeben. Erst 1819 nahm man den Betrieb mit der Grube Kirchenfeld wieder auf. Als Besitzer der Gruben werden 1858 aufgeführt: „Bruchberg und Herkules“ (Consolitdationsmittel) Wilhelm Feller aus Kaltenbach, Friedrich Kauert und Peter Herhaus aus Forst, „Kirchenfeld“ Gustav Zapp aus Forst, „Stollenberg“ Friedrich Kauert aus Forst, „Braunfels“ Wilhelm Feller aus Kaltenbach. Doch es kam wieder zur Aufgabe des Grubenbetriebes, 1863 war noch nur „Braunfels“ in Betrieb. +Forst, mundartlich auch Fo'escht oder Vo'escht, wurde das erste Mal urkundlich im Jahre 1465 als „Forste“ in der Urkunde „Gebrechen Homburg – Berg wegen Einwanderern“ erwähnt. Der Ort galt früher als die wichtigeste Bergbauregion im Homburger Ländchen. Am 11. November 1477 bestätigen der Graf Everhard von Sayn, Graf zu Wittgenstein und der Junggraf Gerhardt zu Sayn, beide Herren zu Homburg den Berggesellen Roel und Peter Puchten für sich und ihre Nachkommen die Verleihung des Rechtes „in dem Berg uff dem Vorste im Kirchspiel Wiehl“ Eisenstein zu schürfen. Dabei wurden die beiden verpflichtet, den Grafen und der Kirche zu Wiehl, auf deren Gütern sie Bergbau betreiben durften, Bergabgaben zu liefern. Den Zehnten teilten sich je zur Hälfte die Grafen und die Wiehler Kirche. Ein weiteres Bergwerk und der älteste datierbare (1474) Stollen des bergischen Landes ist der „Alte Giersberg“ (heute Hohe Warte, 1575 Der Geirßpergh), bereits auf dem Boden der Herrschft Gimborn-Neustadt gelegen. Wie archäologische Untersuchungen ergeben haben, fand der Abbau des Eisenerzes nicht nur Untertage statt, sondern auch als Tagebau. Gerade im Waldbereich "In der Raukaulen", nordöstlich des Immerkopfes fanden sich zahlreiche Hinweise als "Pingen". Das sind keil-, graben- oder trichterförmige Vertiefungen im Boden, entstanden durch den oberirdischen Abbau oder durch den Einsturz von alten Tiefbaugruben. Die Flurbezeichnung "Kaule" weist ebenfalls auf Bergbauaktivitäten hin. Zudem fand man im östlich gelegenen "Tiefesiefen" 9 Rennfeuerplätze. Dort wurde das gewonnene Eisenerz verarbeitet. Im Tal des Hipperichsiefen finden sich von ehemals 9 noch 5 Stauteiche, die mit dem Bergbau, insbesondere in Oberkaltenbach in Verbindung standen. Dabei dienten die Stauanlagen als Arbeitswasser für den Erzabbau und die Erzverabeitung. Die Wasserkraft wurde benötigt, um die Gebläse der Hütten, sowie die Pumpen in den Schächten der Gruben anzutreiben. Darüber hinaus befinden sich auch ein Hohlwegnetz im Waldgebiet des Hipperich und des Immerkopfes. Über diese Wege wurde das Erz abtransportiert und im Laufe der Zeit vertiefte sich das Weggelände immer weiter durch die schwer beladenen Fuhrwerke in einen Hohlweg.     
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 +Am 23. Oktober 1503 wurde die Ordnung „für die Berggesellen auf dem Vorste“ durch die Amtsleute von Homburg erneuert. Aus den Urkunden der Zehntabgabe geht hervor, dass im späten 16. und im frühen 17. Jahrhundert im Bergwerk „Auf dem Forst“ bis zu 1320 Fuder (etwa 1000 Tonnen) Eisenerz jährlich gewonnen wurde. Dieses Bergwerk hatte 1575 den Namen „Daß hoenernist“, der Flurname "Im Hühnernestexistiert bis heute. Aus einem Protestbrief an den Grafen zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg aus dem Jahre 1763 waren am "Forster Eysensteins Bergwerk" J.H. Krieger, Christian K. Kauert, Johan Hinrich Herhausen und Christian Reusch beteiligt. In Forst bestanden damals mehrere Gruben, da auch "Forster Bergewerken" (also Mehrzahl) erwähnt werden. Im Jahre 1802 rechnete der homburgische Bergvogt von 18 Bergwerken, von denen sich allein 9 bei Forst befanden, 38 Haufen und 34 Trägen Eisensteinzehnt ab. Dabei entsprach ein Kubikmeter Eisenstein circa 37 Träg, ein Hauf leichter Eisenstein wog gut 7000 und ein Hauf guter Eisenstein zwischen 9000 und 10000 Pfund. Wie neuere Forschungen ergaben, wurde das Erz auch in direkter Umgebung verhüttet. Es entstanden zahlreiche Rennfeuer-Plätze, aber es wurde auch in die Weiershagener Hütte zur Weiterverarbeitung gebracht. Während der Napoleonischen Kriegen wurde der Bergbaubetrieb nach und nach aufgegeben. Erst 1819 nahm man den Betrieb mit der Grube Kirchenfeld wieder auf. Als Besitzer der Gruben werden 1858 aufgeführt: „Bruchberg und Herkules“ (Consolitdationsmittel) Wilhelm Feller aus Kaltenbach, Friedrich Kauert und Peter Herhaus aus Forst, „Kirchenfeld“ Gustav Zapp aus Forst, „Stollenberg“ Friedrich Kauert aus Forst, „Braunfels“ Wilhelm Feller aus Kaltenbach. Doch es kam wieder zur Aufgabe des Grubenbetriebes, 1863 war noch nur „Braunfels“ in Betrieb.  
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 +{{:bilder:vor1920-historische_aufnahmen:forst_eisenhuettenbergbau.jpg?200|}} Belegschaft "Alter Stollenberg" 1898
  
 1871 kaufte die Firma Krupp aus Essen einen Teil der Gruben (Alter Stollenberg, Butterberg, Apfel, Braunfels, Schlamm, Kirchenfeld, Busch und Consolidationsmittel) und fasste diese mit den in Kaltenbach gelegenen Felder „15 Löwenpfähl“ und „Litz“ zum „Vereinigten Alten Stollenwerk“ zusammen. 1890 erwarb Krupp von der Rheinischen Bergbau- und Hüttenwesen KG die Grubenfelder „Kauert“, „Rauenkuhlen“, „Engelbert II“ und „Blücher“. Damit waren sämtliche Grubenbereiche um Forst im Besitz der Familie Krupp gewechselt. Der Betrieb der „Kruppschen Forster Gruben“ wurde 1876 aufgenommen. Um 1880 betrugen die Selbstkosten für das aufbereitete Erz hier nicht mehr als in Preußen. Allerdings warf  der Betrieb in den 1880er Jahren nur geringe Gewinne ab. Daher wurde die Firma Krupp 1881 von der kommunalen Einkommenssteuer befreit. Die Belegschaft schwankte zwischen 17 Mann im Jahr 1880 und 40 Mann im Jahre 1887. Man versuchte sich an einer Steigerung der Förderleistung, da die Transportkosten zur Verhüttung nach Duisburg, Mülhofen und Neuwieder aufgrund fehlender Bahnverbindung sehr hoch waren. Erst mit dem Anschluss Ründeroths an das Bahnnetz 1884 erreichte man eine Senkung der Frachtkosten. Erleichtert wurde der Transport mit dem Bau einer Drahtseilbahn vom Bergwerk über die Hohe Warte bis zum Ründerother Bahnhof. Im Geschäftsjahr 1900/01 erreichte man die höchste Beschäftigungszahl von 101 Personen, wobei 55 aus der Bürgermeisterei Drabenderhöhe stammten. Danach kam es zur allmählichen Erschöpfung der Eisenerzvorkommen.  Die Grube wurde unrentabel und am 25. November 1910 wurde der Betrieb im „Vereinigten Alten Stollenberg“ eingestellt.  In der Zeit vom 1823 bis 1882 wurde in den Gruben Consolidationsmittel, Alter Stollenberg, Braunsfels und Kirchenfeld 71275 Tonnen Erz abgebaut. Zwischen 1876 und 1911 wurden gut 100000 Tonnen Haufwerk gefördert. Vom Bergbau gingen auch Gefahren aus, wie das Unglück vom 26. November 1898 zeigt. Über den Ort Forst ergoss  sich eine Schlammlawine, die durch den Dammbruch eines oberhalb gelegenen Klärteichs ausgelöst wurde. Dieser Dammbruch wurde wiederum durch Stolleneinbrüche verursacht. Menschen wurden dabei nicht verletzt, aber Strassen, Wiesen und Gärten wurden mit Schlamm bedeckt, Hühner ertranken, Schuppen wurden fortgerissen und in manche Häuser drang Schlamm bis in 20 cm Höhe. Die Firma Krupp entschädigte später großzügig die Betroffenen. 1871 kaufte die Firma Krupp aus Essen einen Teil der Gruben (Alter Stollenberg, Butterberg, Apfel, Braunfels, Schlamm, Kirchenfeld, Busch und Consolidationsmittel) und fasste diese mit den in Kaltenbach gelegenen Felder „15 Löwenpfähl“ und „Litz“ zum „Vereinigten Alten Stollenwerk“ zusammen. 1890 erwarb Krupp von der Rheinischen Bergbau- und Hüttenwesen KG die Grubenfelder „Kauert“, „Rauenkuhlen“, „Engelbert II“ und „Blücher“. Damit waren sämtliche Grubenbereiche um Forst im Besitz der Familie Krupp gewechselt. Der Betrieb der „Kruppschen Forster Gruben“ wurde 1876 aufgenommen. Um 1880 betrugen die Selbstkosten für das aufbereitete Erz hier nicht mehr als in Preußen. Allerdings warf  der Betrieb in den 1880er Jahren nur geringe Gewinne ab. Daher wurde die Firma Krupp 1881 von der kommunalen Einkommenssteuer befreit. Die Belegschaft schwankte zwischen 17 Mann im Jahr 1880 und 40 Mann im Jahre 1887. Man versuchte sich an einer Steigerung der Förderleistung, da die Transportkosten zur Verhüttung nach Duisburg, Mülhofen und Neuwieder aufgrund fehlender Bahnverbindung sehr hoch waren. Erst mit dem Anschluss Ründeroths an das Bahnnetz 1884 erreichte man eine Senkung der Frachtkosten. Erleichtert wurde der Transport mit dem Bau einer Drahtseilbahn vom Bergwerk über die Hohe Warte bis zum Ründerother Bahnhof. Im Geschäftsjahr 1900/01 erreichte man die höchste Beschäftigungszahl von 101 Personen, wobei 55 aus der Bürgermeisterei Drabenderhöhe stammten. Danach kam es zur allmählichen Erschöpfung der Eisenerzvorkommen.  Die Grube wurde unrentabel und am 25. November 1910 wurde der Betrieb im „Vereinigten Alten Stollenberg“ eingestellt.  In der Zeit vom 1823 bis 1882 wurde in den Gruben Consolidationsmittel, Alter Stollenberg, Braunsfels und Kirchenfeld 71275 Tonnen Erz abgebaut. Zwischen 1876 und 1911 wurden gut 100000 Tonnen Haufwerk gefördert. Vom Bergbau gingen auch Gefahren aus, wie das Unglück vom 26. November 1898 zeigt. Über den Ort Forst ergoss  sich eine Schlammlawine, die durch den Dammbruch eines oberhalb gelegenen Klärteichs ausgelöst wurde. Dieser Dammbruch wurde wiederum durch Stolleneinbrüche verursacht. Menschen wurden dabei nicht verletzt, aber Strassen, Wiesen und Gärten wurden mit Schlamm bedeckt, Hühner ertranken, Schuppen wurden fortgerissen und in manche Häuser drang Schlamm bis in 20 cm Höhe. Die Firma Krupp entschädigte später großzügig die Betroffenen.
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    * 1868 180 Einwohner    * 1868 180 Einwohner
    * 1885 129 Einwohner (32 Wohngebäude)    * 1885 129 Einwohner (32 Wohngebäude)
-   * 1900 157 Einwohner +   * 1900 157 Einwohner 
 +   * 1905 161 Einwohner (33 Wohngebäude) 
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 +Am 29.12.1907 gründeten Forster und Weiershagener den Turn- und Sportverein Weiershagen-Forst mit dem 1. Vorsitzenden Carl Marsch. 
  
 Nach dem ersten Weltkrieg besetzten französische Truppen am 3. März 1923 mit 120 Mann, 14 Offizieren und 82 Pferden den Ort und zogen am 14. März nach Drabenderhöhe.  In Forst stand ein Schlagbaum. Nach mehr als einem Jahr Besatzungzeit zogen diese am 18. September 1924 wieder ab. Der Zweite Weltkrieg hinterließ in Forst keine Schäden, doch wurden bei der Einahme des Ortes am 12. April 1945 durch die Einahme von US-Truppen 3 Soldaten tödlich verletzt.  Nach dem ersten Weltkrieg besetzten französische Truppen am 3. März 1923 mit 120 Mann, 14 Offizieren und 82 Pferden den Ort und zogen am 14. März nach Drabenderhöhe.  In Forst stand ein Schlagbaum. Nach mehr als einem Jahr Besatzungzeit zogen diese am 18. September 1924 wieder ab. Der Zweite Weltkrieg hinterließ in Forst keine Schäden, doch wurden bei der Einahme des Ortes am 12. April 1945 durch die Einahme von US-Truppen 3 Soldaten tödlich verletzt. 
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 Die Einwohnerzahlen stiegen in den letzten Jahren, auch durch die Erschliessung eines Neubaugebietes, seit kurzem ist ein rückläufiger Trend erkennbar:  Die Einwohnerzahlen stiegen in den letzten Jahren, auch durch die Erschliessung eines Neubaugebietes, seit kurzem ist ein rückläufiger Trend erkennbar: 
  
 +    * 1961 182 Einwohner
 +    * 1978 163 Einwohner
     * 1980 132 Einwohner     * 1980 132 Einwohner
     * 1990 181 Einwohner     * 1990 181 Einwohner
     * 2000 238 Einwohner      * 2000 238 Einwohner 
     * 2010 220 Einwohner     * 2010 220 Einwohner
-    * 2014 198 Einwohner +    * 2014 198 Einwohner 
 +    * 2015 205 Einwohner   
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 +Die Bezeichnung Forst steht für einen manchmal umhegten Wald mit seiner ursprünglichen Bedeutung der gemeinen Nutzung, insbesondere dem Weiderecht und der Holzung in einem der Rodung entzogenen Gebiet, welches der herrschaftlichen Jagd vorbehalten war. 
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 +Die Einwohner von Forst sind auch in einem eigenen Verein, der Dorfgemeinschaft Forst e.V. organisiert. 
  
  
  

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